Streaming bei FLV-/F4V- und SWF-Dateien?

Kürzlich erhielt ich eine Anfrage, ob man Captivate-Projekte per Streaming bereitstellen könne. Um diese Frage zu beantworten, bedarf es einer etwas ausführlicheren Erklärung, die ich Ihnen heute in Form eines Artikels präsentieren möchte.

Downloadverfahren

Bevor ich Ihnen die verschiedenen Varianten näher bringe, hier die möglichen Bereitstellungsverfahren für Flash-Videos (FLV/F4V):

  • “Progressive-Download-Video”: Bei dieser Form wird das Video abgespielt, sobald das erste Segment heruntergeladen ist. Während das Video abspielt, werden im Hintergrund die restlichen Segmente heruntergeladen. Wenn die Bandbreite des Internetanschlusses höher ist, als die Datenrate des Videos, wird der Film ohne Unterbrechungen abgespielt.
  • “Streaming-Video”: Für das Streaming wird ein spezieller Server benötigt, ein sogenannter Flash-Communication-Server. Dieser stellt mit dem PC des Betrachters eine direkte Verbindung her. Das Video wird vom Server dann als kontinuierlicher Datenstrom gesendet und nicht in Form von Segmenten. Wenn die Bandbreite des Internetanschlusses niedriger als die Datenrate des Videos ist, wird der Film nicht unterbrochen. Stattdessen verschlechtert sich die Bildqualität, im schlimmsten Fall wird die Audio-Ausgabe unterbrochen.

SWFs selbst können übrigens nicht per Streaming bereit gestellt werden, sondern werden grundsätzlich als “Progressive-Download-Video” übertragen.

SWF progressive Übertragung
SWF: progressive Übertragung

Veröffentlichung als SWF mit integriertem Folienvideo

Wenn Sie Folienvideos verwenden (Einfügen > Folienvideo) werden alle Informationen ebenfalls nur progressiv übertragen. Bei der Veröffentlichung werden die FLV-Dateien wieder in einzelne Dateien geschrieben und nicht in der SWF-Datei gespeichert.

Folienvideo progressive Übertragung

Veröffentlichung als SWF mit referenziertem Flash-Video

Wenn Sie Flash-Videos referenziert einfügen (Einfügen > FLV oder F4V-Datei) können Sie die Option Progressive-Download-Video einstellen. Hier legen Sie die Flash-Videos auf einem gewöhnlichen Webserver ab (z. B. dem gleichen, wie das SWF). Die Videoinformationen aller Dateien werden dann progressiv übertragen.

SWF und Flash-Video auf einem Webserver: progressive Übertragung

Veröffentlichung als SWF mit referenziertem Flash-Video auf einem Streaming-Server

Ein referenziertes Video (Einfügen > FLV oder F4V-Datei) können Sie jedoch auch über einen Streaming-Server einstellen. Legen Sie das SWF dann auf einem Webserver und das Flash-Video auf einem Streaming-Server ab. Die Informationen der SWF-Datei werden dann progressiv übertragen, die Videodateien des Flash-Videos hingegen können über das Streamingverfahren bereitgestellt werden.

Progressive Übertragung bei SWF und Streamingübertragung beim Flash-Video

Veröffentlichung als Flash-Video (F4V) auf einem Streaming- oder Web-Server

Sie können Ihre Projekte jedoch auch vollständig als Flash-Videos (F4V) aus Captivate heraus veröffentlichen (mit allen Vor- und Nachteilen). Hier können Sie dann zwischen komplettem progressiven oder Streamingverfahren wählen.

F4V-Streaming-Übertragung
Flash-Video: Streamingverfahren
Flash-Video: Progressives Verfahren

Zusammenfassung

  1. SWF-Dateien können nur progressiv übertragen werden.
  2. FLV-/F4V-Dateien können sowohl progressiv als auch über das Streamingverfahren übertragen werden.
  3. Nur Daten, die auf einem Streaming-Server liegen, können über das Streaming-Verfahren übertragen werden.

Übrigens: Wenn Sie generell mehr über Captivate mit praktischen Beispielen erfahren möchten, empfehle ich Ihnen mein Buch zu Captivate 5 – wenn es spezieller und noch detaillierter sein soll: Eine Schulung bei uns. Kontaktieren Sie uns einfach und wir stellen Ihnen einen individuellen Fahrplan zusammen.

1 Gedanke zu „Streaming bei FLV-/F4V- und SWF-Dateien?“

  1. Sehr schön erklärt! Viele meiner Bekannten nutzen das Streaming, damit die Inhalte nicht im BrowserCache auslesbar sind (quasi als Kopierschutz). Ist natürlich keine brauchbare Lösung.
    Ich nutze in WP ein Pseudo-Streaming. Die Dateien landen auch nicht im Cache, werden aber auch paketweise übertragen, also kein echtes Streaming.

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